ÜBER UNS

Unser Selbstverständnis und Wertekonsens

"Ohne Kerosin nach Berlin (OKNB) ist eine pedalgetriebene Klimagerechtigkeitsdemo der Students for Future Deutschland und weiterer for Future-Initiativen. Wir OKNB-Menschen fühlen uns den Forderungen und Zielen der weltweiten Fridays for Future- und Climate Justice-Bewegung verpflichtet.

Grundregeln der Arbeit und des Miteinander von OKNB-Menschen und Voraussetzung für die Teilnahme von Menschen an OKNB-Aktivitäten wie auch jeglicher Zusammenarbeit weiterer Klimagerechtigkeits- und Nachhaltigkeitsinitiativen mit OKNB ist der Schutz unser aller Lebensgrundlagen, Respekt und Solidarität mit allen ausgegrenzten und unterdrückten Wesen weltweit, Toleranz und Überparteilichkeit. 

Jeglichen Formen von Disrkiminierung, Ausgrenzung und Gewalt treten wir entgegen und erwarten dies auch von unseren Mitradelnden und Kooperationspartner*innen. Wir gehen respektvoll im Einklang mit Menschen, Tieren und Pflanzen um und setzen uns für den Erhalt aller natürlichen Lebengrundlagen ein. Verstoß gegen diese Regeln bedeutet die Beendigung einer Zusammenarbeit.

Alle Menschen und gemeinwohlorientierten und überparteilichen Initiativen sind willkommen, sich unter Beachtung dieser Regeln uns anzuschliessen!

Dazu bemühen wir uns um möglichste Barrierearmut und werden alles uns Mögliche tun, die Teilnahme an OKNB über z.B. finanzielle oder körperliche Handicaps hinweg zu ermöglichen.

Anfragen unter: info@oknb.email

"What do we want? Climate Justice!"
Climate what?


Verkehrswende, Energiewende, Bäume retten und Umwelt schützen - ja, all das wollen wir - unter anderem! Diese ökologischen Aspekte, die unter den Begriff "Klimaschutz" fallen, sind nämlich nur ein Teil unseres Kampfes für Klimagerechtigkeit.

Denn es ist nicht - wie man vermeintlich meinen könnte - die Umwelt, die im Zentrum der Klimakrise steht. Es ist der Mensch: Wie bei allen Krisen ist der entscheidende Punkt nämlich, dass die Klimakrise uns nicht alle gleich macht, sondern bestehende Ungleichheiten verstärkt. Darum brauchen wir klare strukturelle Veränderungen, die insbesondere die Hauptverursachenden von CO2-Emissionen zur Verantwortung ziehen.
„Jene, die am wenigsten zum menschengemachten Klimawandel beitragen sind jene, die am stärksten unter den Folgen leiden (Definition der zentralen Klima-un-gerechtigkeit). Die historischen Verursacher des aktuellen Klimawandels sind die Industrieländer des Globalen Nordens, zu denen auch Deutschland zählt." ¹

Klimagerechtigkeit (Englisch: climate justice) bedeutet also nicht nur die Beschränkung auf Klimaschutz, sondern vor allem Gerechtigkeit für alle Menschen. Wenn wir also climate justice fordern, dann stehen wir für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit ein. Dass alle Menschen das gleiche Recht haben, die Atmosphäre zu nutzen, bringt zugleich die Verantwortung mit sich, sie nicht zu überlasten. Entscheidend an diesem Grundsatz ist jedoch, dass nicht alle aufgrund verschiedener Formen von Diskriminierung und Ungerechtigkeit die gleichen Möglichkeiten haben, dieser Pflicht nachzukommen.

So ist auch Deutschland, als Teil des Globalen Nordens, von Klimaungerechtigkeit nicht ausgenommen. Sie betrifft alle Bereiche unseres Lebens. Aspekte mit globaler Reichweite, wie die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen am anderen Ende der Erde, sind direkt mit nationale Handlungsfeldern wie Energie, Mobilität und Agrarpolitik zu verbinden. Während autofreie Innenstädte als unverzichtbare Maßnahme gesehen werden und durchaus umsetzbar wären, fehlt es an Lösungen, das Auto auch in ländlichen Regionen abzulösen und Konzepte klimagerechter Mobilität zu entwickeln und zu fördern. Dort kann zumindest momentan nicht auf das Auto verzichtet werden. All das muss unter Berücksichtigung von Gerechtigkeit - sozial sowie generationenübergreifend - gedacht werden.

Durch die anstehende Bundestagswahl 2021 muss ein Kurswechsel eingelegt werden, wenn wir der Klimagerechtigkeit näher kommen wollen. Die Wahlen im September sind eine der letzten und entscheidenden Möglichkeiten dafür, die Politik der aktuellen Klimakrise und die damit einhergenden sozialen Ungerechtigkeiten hin in eine gerechtere Welt zu lenken. Du siehst das genauso? Dann schließ dich uns an und zeige auch Du, dass ein gesamtgesellschaftlicher Wandel möglich ist.

WHAT DO WE WANT? CLIMATE JUSTICE!!! WHEN DO WE WANT IT? NOW!!!


Quellen:¹ Infoe- Indigenes Wissen und nachhaltige Entwicklung (2018): Definition Klimagerechtigkeit. URL: https://blog.infoe.de/2018/09/30/definition-klimagerechtigkeit/ (aufgerufen am 04.06.2021)Fridays for Future Tübingen (2021): Überall Klima, nirgendwo Gerechtigkeit? Zu den verschiedenen Dimensionen der Klimakrise.


Ausführliches Selbstverständnis OKNB 2021

1.) Das Narrativ in 4 Sätzen

[1] Bei der Aktion Ohne Kerosin Nach Berlin (OKNB) handelt es sich um eine Klimaprotesttour auf dem Rad quer durch Deutschland mit dem Ziel Berlin.

[2] Dabei streben wir einen Wandel an, der die Politik jetzt - in Hinblick auf die anstehenden Bundestagswahlen - in eine klimagerechte Richtung führt.

[3] Wir sehen uns als Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung und unterstützen deren Forderungen und Ziele.

[4] Friedlich und für alle zugänglich wollen wir den Protest auch in ländliche Regionen Deutschlands bringen und Menschen bewegen, die bisher nicht aktiv waren. Jetzt ist die Zeit zu handeln!


2.) Wer ist Teil von OKNB?

Während Ohne Kerosin Nach Berlin (OKNB) von Students For Future initiiert wurde, sind zur Organisation alle interessierten Einzelpersonen, vor allem Gruppen der Klimagerechtigkeitsbewegung, der sozialen Gerechtigkeit und NGOs eingeladen.

Nachdem die Aktion in ihrer ersten Ausgabe 2020 von Köln nach Berlin radelte, wird es in diesem Jahr Touren von verschiedenen Startpunkten geben. Schließlich kommen die verschiedenen Touren von OKNB gestaffelt im Zeitraum vom 06. - 10. September in Berlin an (zwei Wochen vor der Bundestagswahl).

Auf der Strecke vernetzen wir uns eng mit agierenden Ortsgruppen der For-Future-Bewegung, anderen Klimagerechtigkeitsgruppen, sowie weiteren Gruppen, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen, sofern diese an einer Beteiligung an unserem Projekt interessiert sind.

Darüber hinaus soll eine Teilnahme an unserem Projekt für alle interessierten Menschen möglich gemacht werden. Um dies zu ermöglichen erarbeiten wir verschiedene Konzepte und verschiedene Formen der Teilnahme. So soll unser Projekt für alle zugänglich sein.


3.) Was ist unsere Ausrichtung? (Überparteilichkeit)

Im Fokus des Projekts steht neben der Forderung nach Klimagerechtigkeit die Bundestagswahl am 26. September 2021. Aufgrund der vorschreitenden Klimakrise und den ausbleibenden politischen Maßnahmen ist es dringend notwendig, das Thema Klimapolitik auf Platz 1 der politischen Agenda zu setzen. Wir sehen in der Bundestagswahl die Notwendigkeit und gleichzeitig die Chance auf einen drastischen Wandel.

Die deutsche Politik nimmt die Bedenken, Ängste und Sorgen vieler bezüglich der Klimakrise nicht ernst. Wir fordern daher eine Politik, die diese berücksichtigt - und deshalb wollen wir hier ansetzen: Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, tragen wir die diversen Perspektiven der Menschen, denen wir auf dem Weg begegnen und die Forderungen nach einem sozialgerechten und -verträglichen Klimaschutz nach Berlin.

Konkret Im Bundestagswahljahr 2021 findet die Aktion mit der Zielsetzung, über Deutschland verteilt noch mehr Menschen mitzunehmen sowie auf den Strecken möglichst viele Regionen und Städte einzubinden, zum zweiten Mal statt.

In Hinblick auf die Bundestagswahl sehen wir mit unserer Aktion außerdem die Chance, Menschen in eine sozial-ökologische Richtung zu bewegen, indem wir die Klimafrage ebenso als Frage der sozialen Gerechtigkeit kommunizieren. Das Thema des Klimas soll nicht ausschließlich auf seine ökologische Dimension reduziert werden, sondern diese ökologischen Herausforderungen in einen ethischen und politischen Kontext gesetzt werden.


4.) Wen wollen wir erreichen?

Wir wollen versuchen möglichst viele Menschen durch unsere Aktion zu erreichen. Insbesondere wollen wir mit Menschen und Gruppen in Kontakt treten, die in die Ansätzen der Klimagerechtigkeitsbewegung noch nicht mit einbezogen wurden und nicht repräsentiert sind.

Die Aktion soll für jede Person zugänglich sein, sodass uns das Thema Inklusion besonders am Herzen liegt. Dementsprechend kümmern wir uns darum, dass Menschen mit Einschränkungen jeglicher Art (materieller, körperlicher, geistiger, psychischer, sprachlicher, finanzieller, zeitlicher, etc.) möglichst an OKNB teilnehmen können.

Der komplexe Begriff der Klimagerechtigkeit soll an möglichst viele Menschen herangetragen werden: Das Klima wird zu oft noch ausschließlich als Ökothema verstanden. Wenn Klima im Kontext der Generationengerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, sozialen Gerechtigkeit etc. gesehen wird, kann dies zusätzlich dazu führen, dass sich weitaus mehr Menschen persönlich von der Klimafrage angesprochen fühlen, die zuvor keine Nähe zu der privilegierten Klimafrage hatten.

Dies erreichen wir durch Gespräche, Diskussionen und Kooperationen vor Ort, die aufzeigen, welche Schnittstellen es zwischen den persönlichen Anliegen und eigenen Initiativen der uns begegnenden Menschen und der Klimagerechtigkeitsbewegung gibt. Dabei wollen wir neue Perspektiven einholen und sie zusammenbringen.

Auf der Strecke ist es das Ziel Menschen über unsere Forderungen aufzuklären und wenn möglich sie zum Nachdenken, Bedenken und möglichst Überdenken ihrer Standpunkte zu motivieren, besonders im Hinblick auf die anstehenden Wahlen.

Unser Diskurs mit Menschen auf dem Weg besteht niemals in Schuldzuweisungen gegenüber zivilen Einzelpersonen. Wir sehen die Klimakrise ausdrücklich als eine Systemkrise und haben Verständnis dafür, dass die äußeren Umstände Einzelpersonen zu klimaschädlichem Verhalten zwingen bzw. verleiten.

Wir wollen Menschen dazu anregen und ermutigen, selbstbewusst positive Anstöße in ihrem Bekanntenkreis im Sinne eines gesellschaftlichen Wandels zu geben und sich gleichzeitig einzubringen, um letztendlich gemeinsam eine gesellschaftliche Transformation einzuleiten.


5.) Was sind unsere konkreten Themen?

Auf dem Weg werden gezielt Orte mit Klimabezug angesteuert, wobei versucht wird, besonders auf die Themen Verkehrswende, Energiewende, Landwirtschaft und die Bundestagswahl einzugehen. Die einzelnen Finger sind dabei in der Planung konkreter Aktionen frei, soweit sie mit den grundlegenden Werten des Projektes übereinstimmen.

Mit der Ausrichtung von tourübergreifenden Thementagen wollen wir die Aufmerksamkeit explizit auf die Themen Antirassismus und Klimagerechtigkeit lenken. Mit diesen Aktionstagen soll gezielt klar gemacht werden, dass die ökologische Krise nicht von einer menschlichen Krise zu trennen ist, sondern diese sich gegenseitig bedingen.

Die enge Verwurzelung der Klimakrise und Rassismus sowie weiteren Diskriminierungsformen werden häufig in der öffentlichen Darstellung von Klimagerechtigkeitsbewegungen des globalen Nordens nicht deutlich genug herausgestellt. Deswegen liegt unser Anliegen unter anderem darin, deutlich zu machen, dass Klimaschutz alleine keine Klimagerechtigkeit bedeutet. Schließlich bedeutet der Klimakampf, wenn er denn gerecht sein will, eine ganzheitliche sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft auf allen Ebenen. Mit einer intersektionalen Perspektive auf die Krise gehen wir erste Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit. Dafür ist eine Zusammenarbeit mit weiteren Gerechtigkeitsgruppen für uns essentieller Bestandteil der Tour.

Ebenso dürfen auch die Strukturen innerhalb unserer Gruppe nicht vernachlässigt werden: Rassismus ist hinsichtlich seiner massiven Verankerung in der Klimakrise ein unterrepräsentiertes Thema, dem wir aktuell als mehrheitlich weiße Gruppe nicht gerecht werden. Umso mehr müssen wir also genau das zu unserem Thema machen, sodass jeglicher Raum für Reproduktion von Rassismus und weiteren Diskriminierungsformen auf interner Ebene beseitigt wird.


6.) Aktionskonsens

Während der gesamten Tour sowie der Planung vorab wird keine Form von Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Antimuslimischer Rassismus, Antifeminismus, Homophobie, Transphobie, Behindertenfeindlichkeit/Ableismus und Disablismus, Altersdiskriminierung oder Klassismus in jeglichem Maße geduldet. Zudem wird bei der Umsetzung der einzelnen Strecken darauf geachtet, dass sie möglichst zugänglich für alle interessierten Menschen sind.

Wir sind uns unseren eigenen Privilegien bewusst und reflektieren diese in Planung und Durchführung kritisch. Bei unserem Handeln steht Solidarität mit allen Menschen im Mittelpunkt. Es gibt speziell für die Touren erstellte Awarenesskonzepte, an die sich alle Teilnehmenden ausnahmslos zu halten haben.


7.) Wie ist OKNB strukturiert?

Jede einzelne Tour unterteilt sich in verschiedene Arbeitsbereiche (z.B. Awareness, Öffentlichkeit, Infrastruktur, Strecke & Aktionen, Finanzen & Rechtliches), die Strukturierung ist den jeweiligen Organisator*innen jedoch ausdrücklich freigestellt.

Um die verschiedenen regionalen Touren unter einem gemeinsamen Grundkonsens zu vereinen, werden projektübergreifende Entscheidungen auf deutschlandweiter Ebene diskutiert und getroffen. Das demokratisch legitimierte Gremium ist hierbei die "Metaebene", die sich aus den Deligierten der verschiedenen Touren (Stimmrecht) und Sprechenden der Koordinationsgruppen (ausschließlich Beratungs-/Vorschlagsfunktion) zusammensetzt. Die Koordinationsgruppen entwickeln für das gesamte Projekt Ideen und Konzepte, u. a. für die Bereiche Social Media, Vernetzung, Finanzen, Rechtliches, Inklusion, Awareness, Antirassismus sowie Presse.

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